Auf dem Meer zuhause

Es gab eine Zeit, da wollte jeder ein Surfer-Girl sein. Diese gut gebräunten Mädchen aus der Roxy oder Rip Curl Werbung mit der blond verblichenen zauseligen Lockenmähne. Ich liebe das Meer und die Wellen, ich liebe den Geschmack von Salz auf der Haut und den Geruch von Meer und Abenteuer. Dennoch: Ich bin kein Surfer-Girl. Trotz der blonden mehr oder wenigerJ Mein Herz gehört dem Segeln. Auch wenn „Sailing-Girl“ zugegebenermaßen nicht annähernd so nach Fernweh und Freiheit klingt.

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Irgendwer sagte mir vor einigen Jahren „Das Meer zu bereisen, das ist nochmal so ne Sache für sich“. Und damit meinte die gute Frau nicht in Form von Kreuzfahrtschiffen. Sie meinte die Art, wo dein Hintern gefühlt nur 20cm über der Wasseroberfläche dahin braust und dein bester und gleichzeitig auch schlimmster Freund der Wind ist. Und ja, sie hatte Recht.

UntitledUntitled2Diese „Abhängigkeit“ von der Natur- positiv wie negativ- liebe ich. Orte, die nur per Boot zu erreichen sind, die riesen Freude wenn neben deinem Boot eine Walfontäne auftaucht, den Luxus jeden Tag an einem anderen Ort zu sein, Sonnenuntergänge an den schönsten Inseln beobachten zu dürfen oder das bombastische Gefühl von Delfinen begleitet zu werden…

Auf der anderen Seite der Hauch von Abenteuer der immer mitfährt, die Gefahr von zu rauer See und plötzlichen stürmischen Winden, der Nervenkitzel wenn sich bei Regen nachts mitten im Riff der Anker löst und du Stunden damit verbringst mit der Taschenlampe die Umgebung abzuleuchten, nicht zu Wissen warum ein motorisiertes Ruderboot voller nichtallzufreundlich schauender Männer schnurstracks auf dich Kurs hält, tagelanger Regen und nur noch klamme Klamotten in eigentlich paradiesisch schönen Gebieten. Die andere Seite der Medaille.

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Nach vielen Jahren Segelurlaub machten wir im März vergangenen Jahres unseren Trip nach Puerto Rico. Ständig hatte ich groß angekündigt „das war jetzt unser letzter Segelurlaub“. Und dann im Puerto Rico? Ich hatte Sehnsucht nach Meer. Sehnsucht nach meiner schaukelnden Koje. Sehnsucht nach den eigenwilligen Langfahrtseglern. Einem überaus spannenden Menschentyp irgendwo zwischen liebenswerten Aussteigern, Realisten, In-den-Tag-hinein-Lebern, schrägen Vögeln, und welchen, die gelernt haben, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Ich musste zurück aufs Wasser.

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Ein halbes Jahr später sitze ich mit unseren Seglerfreunden in einer Strandkneipe in Panama. Es gibt Bier und Rum- so wie immer eigentlich wenn man unter Seglern ist. Als ich am nächsten Morgen meine Koje verlasse sind wir bereits unterwegs zum nächsten Ziel- den San Blas Inseln. Ich lege mich vorne ins Netz unseres Katamarans und freue mich über jede Welle, die einen Schwung Meerwasser zu mir heraufbefördert. Nach einer halben Stunde bin ich patschnass, dafür rieche ich nach Meer, Sonnencreme und Abenteuer- fast wie ein Surfer-Girl:-)

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Meine liebsten Segelreviere

  • Die Tobago Cays im Inselstaat St. Vincent and the Grenadines. Nie mehr habe ich eine solch umwerfende Unterwasserwelt gesehen als am Horseshoe Reef. Anreise am besten über Grenada.
  • Die Ostküste Mittelamerikas und ihre Naturwunder: Auch wenn windtechnisch eigentlich fast nur gen Süden gesegelt werden kann, so ist das „Archipélago de San Blas“ – die Inselgruppe der San Blas Inseln im karibischen Meer vor Panamas Küste, eines meiner Highlites. Ein Naturwunder aus 365 wunderschönen Inseln im kristallklaren Meer, deren Tage leider auf Grund der Klimaerwärmung und des Massentourismus gezählt sein werden. Traumhaft schönes Segelgebiet, auf Grund der unzähligen Riffe, Wraks und der rasant wechselnden Winde aber nur mit Vorsicht zu genießen. Anreise am besten über Panama City.
  • Wer in Malaysia segeln möchte, ist Rund um die Perhentian Island (Pulau Perhentian) sehr gut aufgehoben. Ebenfalls eine wunderschöne Unterwasserwelt trotz des nicht besonders umweltschonenden Verhaltens der Einheimischen. Wenig Segler sind hier unterwegs, dafür viele Backpacker. Anreise über Singapore oder Kuala Lumpur.
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Die richtige Ausrüstung

Mit dem Jeansjäckchen und der Ray Ban aufs Wasser is leider nicht. Die richtige Ausrüstung ist das A und O. Eine gute Softshelljacke, ein ordentlicher Trekkingrucksack und eine gute Stirnlampe haben mich schon vor dem ein oder anderen Schreikrampf bewahrt. Und wer sagt überhaupt, dass Outdoor-Marken wie Mammut nur für den Bergsport gemacht sind? Ich liebe meine Mammut-Sachen besonders auf dem Wasser:-)

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1. Eine gute Softshelljacke, beispielsweise diese von Mammut (klick).

2. Platzsparend. Ein Microfaser-Handtuch- siehe hier (klick).

3. Eine wärmende Fleecejacke, wie diese ebenfalls von Mammut (klick).

4. Ich liebe es- mein eigenes Schlafsackinlet. Egal ob auf dem Boot oder unterwegs (klick).

5. Ein gut sitzender Trekkingrucksack für die Reise- wie diesen (klick).

6. Bloß nicht vergessen: Badeklamotten (klick).

7. Unverzichtbar: Eine gute Stirnlampe- siehe hier (klick).

8. Ein paar feste Schuhe für Wanderungen an Land- zum Beispiel hier (klick).

Eine tolle Packliste für Backpacker-Frauen findet ihr übrigens auch hier auf Sportupyourlife.com 

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Lust bekommen?

Wer Lust bekommen hat, auch mal einen Urlaub an Board zu machen, dem kann ich die Homepage HANDGEGENKOJE (klick) ans Herz legen. Gerade im karibischen Meer gibt es unzählige Langfahrtensegler, die immer wieder gegen Geld Gäste an Board nehmen. Bedenkt nur: Ein Boot/ein Katamaran ist nicht sonderlich groß und Privatsphäre hat man eigentlich nur in der Koje. Wer also „Leutscheu“ ist, der sollte vielleicht einen anderen Urlaub aussuchen. Ich fand es immer wieder spannend, auf diese Weise neue Leute kennenzulernen. Bei manchen sind richtige Freundschaften entstanden, bei manchen war man froh, sobald man sich aus dem Weg gehen konnte.

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(Der Beitrag ist in Kooperation mit EngelhornSports entstanden)

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