Chai-Nusszopf

Ihr Lieben,

manche Produkte/Lebensmittel/Alltagsgegenstände werden mit der Zeit so gehypt, dass sie mich mit der Zeit nur noch nerven. Dazu zählen bei mir beispielsweise derzeit Chia-Samen (unheimlich lecker, aber weil jeder meint es in irgendeiner Form toll finden zu müssen, reizt es mich nicht mehr), Matcha-Tee oder Mandelmilch. Mit Chai-Tee ging es mir ähnlich. Nur hat Chai das große Glück, während des Sommers nach ganz hinten in den Schrank zu wandern und die erste Brise Chai-Duft im Spätherbst war eine wahre Freude. Nochmal Glück gehabt mein liebster Chai- wär auch sehr schade drum wenn ich dich nicht mehr sehen könnte, waren wir die letzten Jahre doch ziemlich gute Freunde geworden.

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Vor ein  paar Wochen war es mir Nachmittags mal sowas von nach Nusszopf und ich sehnte mich nach Kindertagen, in denen es Nachmittags bei Oma und Opa Nusszopf in einen diesen Napf Kaba getunkt gab. Obwohl Oma eine der besten Bäckerinnen ist, gab es Nusszopf für gewöhnlich von irgendeiner Landbäckerei. Nusszopf ist irgendwie in die Jahre gekommen, irgendwie leicht angestaubt und in Vergessenheit geraten. Quasi wie der Chai-Tee der im Sommer nach hinten in Schrank rutscht erging es dem Nusszopf in meinem Kopf. Manchmal nervt mich das richtig. Es gibt so viele tolle Gebäcke, die irgendwie aus der Mode gekommen zu sein scheinen und wenn man sie backt und auf irgendeiner Familiengeburtstagsfeier anschleift ernte ich für gewöhnlich Kommentare wie „sowas von dir? Keine kleinen Miniguglhupfs oder schick verzierten Minitörtchen heute? NUR (das regt mich ja dann am meisten auf) ne Donauwelle?“ Nusszopf und Donauwelle teilen das gleiche angestaubte Image mit ihren Kollegen wie dem deutschen Käsekuchen (neuerdings meint ja jeder NY Cheesecake backen zu müssen), Marmorkuchen, klassischem Apfelkuchen (der mal keine Baiserhaube, Nusstreusel oder sonstige hippen Dinge abbekommen hat), Maulwurf- oder dem als Kind heißgeliebten Mohrenkopf-Kuchen (na gut- über den „Delikatess-Wert“ von Mohrenkopfkuchen lässt sich tatsächlich streiten 🙂

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Jedenfalls überkam es mich vor einigen Wochen und ich wollte den guten alten Nusszopf (klassicher Hefeteig mit klassischer Nussfüllung) wieder zu etwas mehr Glanz und Moderne verhelfen. Und wie geht das leichter wie eines der gehypten mode Lebensmittel wie Chai-Tee mit einem klassischen Nusszopf zu kreuzen. Die Geschmäcker von Zimt und Kardamom  passen perfekt zueinenander und das Kombiniert mit der Nussmischung ist herrlich.

500g Mehl

1 Prise Salz

60g Zucker

80g weiche Butter

1/2 Würfel frische Hefe

1 Ei

100ml Wasser, lauwarm

100ml Milch, lauwarm

Für die Füllung

4 EL heiße Milch

2 Beutel Chai-Tee

50g Haselnüsse, gemahlen

50g Mandeln, gemahlen

100g Zucker

100g Semmelbrösel

1 TL Kakao

Milch und Wasser mischen und die Hefe mit einer Prise Zucker hinein bröseln. Verrühren und beiseite stellen. Alle trockenen Zutaten vermischen und zusammen mit der Butter mit den Knethaken verkneten. Milch- Hefe-Mischung und das Ei hinzufügen und alles etwa 10 Minuten zu einem glatten Teig verarbeiten. 1,5- 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.

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In der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten. Die Milch erwärmen und vom Herd nehmen. Teebeutel hinein geben und das Ganze 10 Minuten ziehen lassen- anschließend den Beutel entfernt. Alle weiteren Zutaten in eine Schüssel geben und die Chai-Milch darüber geben. Gut verrühren bis eine streichbare Masse entsteht.

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Den Hefeteig zu einem Rechteck ausrollen. Mit der Nussmasse bestreichen und aufrollen. In der Mitte umbiegen, fest miteinander verdrehen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Erneut 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Anschließend bei 160 Grad den Zopf für 30-35 Minuten backen.

Habt einen tollen Tag ihr Lieben,

Anja

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