Unverhofft kommt oft

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Bäm. Da sitze ich nun. Inmitten eines lang gehegten Traumes. Und während ich so an meinem Sundowner vorbei blinzelnd auf die unzähligen kleinen Inseln um mich herum blicke, versuche ich zu realisieren, dass der Traum im Moment zur Wirklichkeit geworden ist…

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Was davor geschah…

In manchen Sachen bin ich ein Freak. Und war es schon seit je her. Meine Lieblingssendungen als Kind waren nicht Disney und co., meine TV-Vorliebe hieß Johann Lafer und sämtliche Fernweh-Sendungen auf Vox. Irgendwann, ich muss noch keine 10 gewesen sein, sah ich einen Bericht über die British Virgin Islands. Ich hatte keine Ahnung wo und was das ist, aber ich war fasziniert von dem was ich sah. Über und über nur weißer Strand, Palmen und Wasser so klar, dass man von der Oberfläche Fische beobachten konnte. In den darauffolgenden Jahren kritzelte Klein-Anja auf jedes Supermarkt-Preisausschreiben wo es Wunsch-Traumreisen zu gewinnen gab „British Virgin Islands“ ins Feld. Vermutlich wurde mein Zettel allein schon auf Grund der Ungläubigkeit über die Kombination von Kinderkrakelschrift und Reiseziel disqualifiziert. Der wohlklingende Name der Inselchen schwirrte irgendwie immer in meinem Kopf herum, geriet aber in den Jahren etwas in Vergessenheit. Als wir vor zwei Jahren durch die südliche Karibik (klick hier) segelten und das Gespräch plötzlich wieder auf die unvergleichliche Schönheit der BVI’s (Kurzform der British Virgin Islands) kam, entflammte in mir wieder eine alte Liebe.

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(Map von hier)

Bereits in den Vorbereitungen auf meine Puerto Rico Reise im März diesen Jahres (klick hier) schielte ich auf der Landkarte schon etwas nach rechts. Da waren sie. Östlich von Puerto Rico und noch etwas weiter östlich als die größeren US-Virgin-Island „Brüder“ (St. Thomas & St. John) liegt mein Kindheitstraum in Mitten vom karibischen Meer und lockt mit verzückenden Namen wie „Tortola“, „Virgin Gorda“ oder „Jost van Dyke“.

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„Es wäre ja eigentlich schade, jetzt wo man schon mal so nahe dran ist wie noch nie…“. „Und dann ginge einfach los“. Einfach mal was wagen… Von heute auf morgen. Spontan einen Abstecher von Puerto Rico auf meinen Kindheitstraum.

IMG_6538.1_ergebnis(Auf dem Rollfeld in St. Juan/Puerto Rico. Hier läuft man noch zum Flugzeug- jawoll 🙂 )

Der Inlandsflug von Puerto Rico (US Territory) auf die US-Virgin-Islands (St. Thomas) war online schnell gebucht. Günstig (mit Rund 80 Euro hin und zurück) und unkompliziert mit einer Flugzeit von 35 Minuten. Nach einer Nacht auf St. Thomas gings per Fähre weiter ins Paradies (zugegeben es soll auch viele Freunde von St. Thomas geben, ich war allerdings angesichts der Menschenmassen von Kreuzfahrttouristen auf Grund von Duty Free etc. heilfroh, dieses Eiland nach 10 Stunden wieder verlassen zu dürfen). Umstieg in Tortola, der Hauptinsel der BVI’s, auf die nächste Fähre nach Virgin Gorda.

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Allein schon der Name verursacht bei mir Gänsehaut. Virgin Gorda, die drittgröße Insel der British Virgin Islands (mit knapp 16 Km Länge und 5 Km Breite fast schon niedlich), ist ein Traum für alle Naturliebhaber. Schneeweiße Strände und Wasser blauer als blau. Hauptattraktion ist „The Bath“- auf deutsch „Die Bäder“- eine Ansammlung ausgespülter Granitformationen.

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Mit unserem Cabrio-Jeep (gemietet über Mahogany Rental) erkundeten wir 2 Tage lang das Inselchen. Zugegeben, wer ein Low-Budget-Urlaub verbringen will ist hier definitiv falsch (es gibt angeblich einen Campingplatz auf Jost van Dyke haben wir uns sagen lassen)  und selbst der örtliche Supermarkt verlangt umgerechnet 6 Euro für einen kleinen Kanister Wasser. Dafür belohnen einen die Inseln mit einer ganz eigenen Art von Karibik-Romantik.

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Wir wohnten im Fischer’s Cove Beach Hotel, einem kleinen hübschen quietschbunten Cottage-Hotel in vorderster Strandlage. Mit Cottages ab 650 US$/Woche (exklusiv Frühstück) eine der günstigeren Unterkünfte auf Virgin Gorda. Trotz Hochsaison im März hatten wir das Hotel teilweise fast für uns, was natürlich sehr angenehm war. Im angeschlossenen Restaurant wird gehobeneres Local-Food mit US-Einschlag serviert.IMG_6782_ergebnisIMG_6641_ergebnis

Meine Tipps für Virgin Gorda:

-Besuch von „the Bath“ im Süden der Insel. Geheimtipp: Nicht die erste Bucht nehmen sondern dem Weg nach links (zur Devil’s Bay) folgen. Weniger Menschen und noch tollere Bucht.

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– Einen Tagestrip in den Norden der Insel zur Gun Creek (Passender Straßenname: Road to Jetty) um von dort mit dem kostenlosen Bootsshuttle zum Bitter End Yacht Club überzusetzen. Der Bitter End Yacht Club liegt auf einer nur über das Wasser zu erreichenden Halbinsel und ist ein absoluter Hotspot. Ein für uns normalsterbliche nicht zu bezahlendes Luxusresort auf einer eigenen „Insel“, unzähligen Yachten im eigenen Hafen und den wundervollsten Stränden. Als Besucher wird man freundlich geduldet und findet abseits der Hotelgäste wunderschöne einsame Badebuchten.

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– Ein Mietwagen mit offenem Dach. Es gibt nichts besseres als sich den Fahrtwind durch die Haare pusten zu lassen während man die Schönheit der Landschaft bestaunt.

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-Sich nach Feiertagen erkundigen: Dann haben viele Restaurants geschlossen und die Fähren (nach Tortola etc.) fahren ganz unregelmäßig.

– Immer Badesachen dabei haben 🙂

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Nach zwei Tagen hieß es für uns Abschied nehmen von Virgin Gorda. Weiter ging die Reise nach Tortola, der Hauptinsel der British Virgin Islands.

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 Tortola ist im Gegenzug zu Virgin Gorda „erwachsen“. Deutlich rauher und vor allem steiler als Virgin Gorda, dennoch übersäht mit wunderschönen Stränden. Leider legen hier viele viele (in der Hauptsaison bis zu 4 am Tag) Kreuzfahrtschiffe an. Ein ganz verstörender Anblick, wenn plötzlich 2000 Passagiere gleichzeitig die Hauptstadt „Roadtown“ (Mit Rund 14 000 Einwohnern etwa die Größe eines kleineren Städtchens in der deutschen Provinz) überlaufen.

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Meine Tipps für Tortola:

– Beef Island ist das östliche Ende von Tortola und mit einer Brücke mit der Insel verbunden. Hierauf befindet sich der Flughafen der Insel. Wer’s also unkompliziert mag fliegt direkt von San Juan/ Puerto Rico nach Beef Island/Tortola und spart sich die doppelten Ein- und Ausreise Formalitäten auf den Fastferrys von St. Thomas.

-Auf Tortola unbedingt empfehlenswert: Ein Auto. Auf der Miniinsel von 19KM Länge erstreckt sich ein Berg knapp 600 Meter in die Höhe. Wir hatten vorab ein Auto über Avis gebucht- das nächste mal würde ich einen lokalen Anbieter bevorzugen.

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-Privater Surfkurs in der Josiah’s Bay . Auch wenn die Organisation äußerst chaotisch ist, die Bucht ist ein Traum. Und vor dieser Kulisse surfen zu lernen ist umwerfend. Kurs geht etwa 1,5-2 Stunden und kostet Rund 70 Euro. Einfach hingehen, fragen und Zeit mitbringen. Am Strand gibt es auch eine herrliche kleine Bar wo man sich mit frischen Cocktails verwöhnen lassen kann.

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-Wer etwas mehr im Sparstrumpf hat: Übernachtung im Long Bay Beach Club. Die wunderschönsten Beachfront Unterkünfte zum angemessenen, wenn auch nicht gerade günstigen Preis. Tolles Ambiente und wunderschön renoviert. Geheimtipp: Esst im hauseigenen Restaurant- unglaublich leckere Menüs.

-Wir haben im Sebastian’s on the Beach  (Nachbarbucht Apple Bay) in einem Tropical Yard Zimmer gewohnt. Einfache, zweckmäßige Unterkunft (auch wenn die Bilder viel versprechen) und kleine Zimmer. Für uns aber vollkommen ausreichend. Das Sebastian’s kann aber auch mit den etwas moderneren und helleren Beachfront Rooms punkten.

– Am nördlichen Ende der Cane Garden Bay in der Bar „Sailor’s Rest“ direkt am Yachthafen Pancakes mit salziger Butter frühstücken. Zum niederknien (die Aussicht noch nicht mal mit eingerechnet).

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– Meidet die Cane Garden Bay wenn Kreuzfahrtschiffe in Road Town anlegen. Dann wird diese hübsche Bucht von unzähligen Touristenbussen überströmt.

-Plant genügend Zeit zwischen Flug und Fähre ein. Da ihr zwischen Britischem und U.S. Gebiet  wechselt hat dies auch die typischen U.S. Einreiseformalitäten und unendlichen Papierkram zur Folge (etwas befremdlich, da es überhaupt nicht in das karibische Szenario passt durch „Nacktscanner“ zu laufen) und dieser DAUERT.

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Obwohl ich schon viele hübsche Inselchen sehen durfte sind die British Virgin Islands immer noch ganz weit vorne. Wer Strand und Meer liebt kommt hier völlig auf seine Kosten. Wer auf atemberaubende Aussichten, einen Sonnenuntergang vor unzähligen im Meer verstreuten Inselchen sucht ebenfalls. In den deutschen Wintermonaten (November-März) ist allerdings mit zahlreichen Yachten und Kreuzfahrtschiffen zu rechnen, was das Feeling der kleinen und unheimlich sympathischen Inselchen doch mindert. Der Geheimtipp der Einheimischen hieß hierauf: Deutsche Sommermonate. Nebensaison und keine Kreuzfahrtschifft. Und obwohl die BVI’s in der Karibik liegen sind sie oberhalb des Hurricane-Gürtels und die Bewohner konnten sich an keinen großen zerstörerischen Sturm erinnern. Zwar gibt es in dieser Zeit immer mal wieder kleinere Stürme, diese waren aber vergleichsweise harmlos.

Mit 9 Stunden Flugzeit Non-Stop von Frankfurt nach San Juan/ Puerto Rico (beispielsweise mit Condor) und einem direkten Weiterflug nach Beef Island/Tortola ist man in nicht mal 10 Stunden Flugzeit im Paradies.

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Wer ansonsten noch weitere, neutrale und unabhängige Infos über die British Virgin Islands sucht- ich kann euch die Seite von BVI Tourism wärmstens ans Herz legen.

Schönes Fernweh ihr Lieben,

Anja

*Dieses Posting entstand in Kooperation mit BVI Tourism und Condor.

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