Essen und Fliegen – Fliegen und Essen

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Ihr Lieben,

Wenn ich zwei Leidenschaften aufzählen müsste, auf welche ich nicht verzichten könnte, es wäre wohl Essen und Fliegen. Ohne die Leidenschaft zu/m Essen und zu tollen Nahrungsmitteln gäbe es diesen Blog nicht- soweit müsste alles bekannt sein. Dass ich aber dem Fliegen verfallen bin, dürfte vielen hier neu sein.

Ich liebe Flughäfen, den flughafentypischen Geruch, Menschen die ungeduldig auf den Beginn ihres Urlaubes warten und ich könnte Tage damit verbringen, Flugzeugen beim starten und landen zuzusehen. Ich hasse es, Menschen vom Flughafen abzuholen- den Geruch von Kerosin und Fernweh in die Nase zu bekommen- und dann nicht einsteigen zu dürfen. Ich bin mit dem Fliegen aufgewachsen und kannte mich an manchen deutschen Flughäfen wohl besser aus als am heimischen Provinz-Bahnsteig . Als Airliner-Kind war es für mich immer das Größte, wenn die zum Mittagessen heimhetzende Mutter kurzerhand die restlichen Schälchen mit den typischen Alu-Deckeln mitbrachte. Nicht zu wissen was sich hinter dem Alu-Deckel verbirgt, dann am heimischen Esstisch mit Plastikbesteck drauf los zu löffeln und dann, an einem für mich besonders guten Tag, noch den Flugzeug Orangensaft aus diesen früher typischen Joghurt-Bechern zu bekommen war für mich in etwa so, wie für andere Kinder ein Besuch im Gasthaus zum goldenen M. mit HappyMeal (oder wie das Kindermenü damals auch immer hieß). Leider sind die Zeiten vorüber und mein Mittagessen besteht heute eher aus belegtem Brötchen als aus Flugzeugfutter.

6_ergebnisAus Nostalgie und der Begeisterung darüber, wie gut die Verpflegung in der Luft heutzutage größtenteils ist, kommt es durchaus vor, dass ich im Flugzeug meine Kamera zücke und das mir vorgesetzte Essen fotografiere, um es dann zuhause nach zu kochen. Einige meiner Lieblingssalate stammen von irgendwo in 10.000 Meter Höhe zwischen Europa und Asien- beispielsweise der Pfirsich-Mozzarella-Salat. Die grinsenden Kommentare des Männchens, ob ich mir denn nicht noch Alu-Schälchen zulegen möchte, wurden dabei stets dezent überhört.

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Umso mehr freute ich mich, als kürzlich ein Päckchen von Condor bei mir ins Haus trudelte. Inhalt: Eine Condor Flugzeug-Ausdeckung, bestehend aus Tablett, Besteck und diverse (Alu-) Schälchen. Dahinter versteckte sich dann die Einladung, ihre Verpflegung an Bord zu testen. Den Luftsprung könnt ihr euch ja denken. Ach herje, hab ich mich gefreut. 8_ergebnis 1_ergebnis

Um den Ruf des „Flugzeugessen darf per se nicht schmecken“ ein für alle Mal  zu widerlegen, gibt es heute an dieser Stelle ein Rezept für DIE vorzeige Rindsrouladen schlechthin, welche so manche gute Köchin vor Neid erblassen lassen. Meeeega lecker. Ich bin nach wie vor beeindruckt, wie perfekt gekocht Flugzeugessen sein kann. Und das, obwohl unsere Geschmacksnerven auf der Flughöhe mehr „Würze“ brauchen und das Essen darauf abgestimmt sein muss. Gleich Zuhause wurden die Rindsrouladen nachgekocht- selbstverständlich in den Alu-Förmchen (Augenzwinkern des Männchens inklusive), versteht sich für den Perfektionisten ja von selbst:-)  Auch wenn Rinderrouladen jetzt vielleicht nicht zum klassischen „Fernweh-Rezept“ gehören, für mich sind diese Rinderrouladen immer eine zauberhafte Erinnerung an eine wunderbare Reise

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Klassische Rinderrouladen „Up in the Air“

(Teil des Premium Menüs der Condor)

Für 4 Personen

4 Rouladen vom Rind

2 Zwiebeln

2 große Gewürzgurken

4 Scheiben Speck 2 EL Senf

1 Karotte

½ Stange Lauch

½ Flasche guter Rotwein

1/2 Liter Rinderfond

Salz, Pfeffer, Butterschmalz

Küchengarn

Die Rinderrouladen waschen und  trocken tupfen. 1 Zwiebeln halbieren und in  Streifen schneiden. Gurken in Längsstreifen schneiden. 1 Zwiebel grob  würfeln. Die ausgebreiteten Rouladen dünn mit Senf bestreichen, salzen und pfeffern. Auf  jede Roulade mittig die in Streifen geschnittene Zwiebel, 1 Scheiben Speck sowie je eine halbe Gurke verteilen. Nun von beiden Längsseiten einschlagen, aufrollen und mit dem Küchengarn verschnüren.

In einem Topf das Bratfett heiß werden lassen und die Rouladen rundherum anbraten. Dann herausnehmen und beiseite stellen. Die grob gewürfelte Zwiebel, den in Ringe geschnittenen Lauch und die klein geschnittene Möhren im Topf anbraten bis sie leicht Farbe nehmen. Nun den Rotwein nach und nach zufügen. Immer warten bis eine Menge verdampft bzw. verkocht ist, dann den nächsten Schuss Wein zufügen. Dies Wiederholen bis etwa eine halbe Flasche verbraucht ist. Mit Rinderfond aufgießen und die Rouladen zurück in den Topf geben. Für 1 ½ Stunden auf niedriger Flamme köcheln lassen. Anschließend mit Salz und Pfeffer und evtl. nochmal etwas Rotwein abschmecken.

Dazu passen Knödel (halb/halb) und Apfelrotkraut.

Übrigens, das coolste ist ja wie ich finde, dass man sich das Premium Menü wie ich es bekommen habe (und auch andere Sondermenüs wie vegetarisch, vegan, koscher, laktosefrei etc) ganz bequem vorm Abflug gegen kleines Geld einfach dazu buchen kann.9_ergebnis

Das Einzige, was den Rinderrouladen am heimischen Esstisch nebst dem freundlichen „Darfs für sie noch was zu trinken sein?“ und dem Kinofilm im Entertainmentsystem vor der Nase noch fehlt? Die Aussicht auf URLAUB. Den oberniedlichen Flieger mit dem ich übrigens diese Reise antreten durfte konnte ich euch nicht vorenthalten- ich alter Janosch Fan im Tiger und Bär Flieger- ich bin in Frankfurt am Flughafen fast dahingeschmolzen.

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Bis dahin,

macht es euch schön meine Lieben,

Anja

Ein riesen Dankeschön an dieser Stelle an Condor, Frau Hauser und alle, die diesen Flug in dieser Form möglich gemacht haben. It was a pleasure.

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