Puerto Rico- Ein Roadtrip in Bildern

Zugegeben: Puerto Rico zählte ich vor meiner Reise nicht gerade zu meinen Traumzielen. Irgendwie hatte ich diese Insel, selbst als erklärter Karibik-Liebhaber, nie so richtig auf dem Schirm. Scheinbar geht es vielen so- oder hätte ich mir sonst vor der Reise von der Buchhändlerin um die Ecke ein „Reiseführer Puerto Rico? Ham wir nich. Nehmen sie doch Kuba, ist doch gleich daneben“ anhören müssen?IMG_5812-tile

Puerto Rico (zur musikalischen Einstimmung klick hier) ist anders. Einzigartig anders und dabei  unheimlich charmant und liebevoll. Nicht zuletzt deswegen, weil es gerade für Europäer ein weißer Fleck auf der Landkarte zu sein scheint. Diejenigen, die Puerto Rico (Hauptstadt San Juan) auf Anhieb schon mal nicht mit Costa Rica (Hauptstadt San José) verwechseln, sind schon eine Seltenheit. Was den Meisten dann aber doch irgendwie wieder ein Begriff ist: Dieses Puerto Rico hat irgendwas mit den USA zu tun. Und was mit den USA zu tun hat, muss per se laut, überfüllt und unheimlich „amerikanisch“ sein- ergo: Ein Europäer, der sich gezielt für Puerto Rico als Reiseziel entscheidet, ist schon eine Seltenheit. Warum ist mir nach diesen 2 Wochen ein Rätsel- bietet diese Insel alles, was das Herz eines Nicht-Individualtouristen höher schlagen lässt: Saftiger Regenwald, Kilometer lange und dazu noch menschenleere (!!!) Traumstrände, ein verstecktes (Kite-) Surferparadies mit atemberaubend schöner Panoramastraße (…und ein sehr gut ausgebautes Straßennetz, welches zum „roadtrippen“ einläd), einzigartige private Unterkünfte (…welche vor Herzlichkeit nur so strotzen)  und eine umwerfend hübsche Altstadt im Kolonialstil. Noch Fragen?

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Eines der Dinge, die Puerto Rico so unverwechselbar machen ist der Spagat zwischen spanischer Tradition und amerikanischer Moderne. Auch wenn ich die Ein oder Andere Shoppingmall in Mitten doch befremdlich (und unpassend für mein Bild von Karibik)fand, so gehört auch dies zum heutigen Puerto Rico, ebenso wie die abgeschiedene Bergdörfer mit ihren Traditionen und die Teile der Insel, an denen ich mich, der spanischen Sprache der Bewohner geschuldet,  nur mit Händen und Füßen durchschlagen konnte. Die Mischung aus American Way of Life und karibischer Relaxtheit macht Puerto Rico zu einem außergewöhnlichen Plätzchen Karibik.

Puerto Ricos Bewohner sind bunt, vielseitig und überaus herzlich. Egal wo. Als wir Mitten im Nirgendwo von Puerto Ricos Bergwelt versuchten, an der „Bäckertheke“ einer Tankstelle ein Frühstück zu ergattern (und beim Anblick der ungefähr 20 gleich aussehenden Teile nicht mehr wussten wo oben und unten ist), klärte uns ein alter Puerto Ricaner in einer Seelenruhe mit Händen und Füßen über den Inhalt der eigenartig anmutenden Teigklumpen auf.

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Eines der Dinge, die mich auf der Insel wirklich umgehauen haben, sind die Unterkünfte. Nirgendwo habe ich in zwei Wochen so viele unterschiedliche und dennoch jedes Mal so einzigartige und liebevoll hergerichtete Häuschen und Guesthouses vorgefunden, bei welchen einen die Besitzer mit Gastfreundschaft nur so plätteten. Beispiele gefällig? In Isabella wohnten bei bei Loly in einem privatem Ferienhaus, welches wir zuvor über AirBNB gebucht hatten- die Villa Mar Afuera ist ein wunderbar gepflegtes, liebevoll dekoriertes Haus oberhalb der Klippen mit umwerfender Aussicht und vorbereitetem Grill auf der Terrasse. An der Ostküste bei Naguabo wohnten wir bei Patty, einem wahren Goldstück von Mensch, und ihrem Hund Enzo Ferrari in einem reizenden mintgrünen Guesthouse (Casa Libre). Patty zauberte und jeden morgen Frühstück mit Blick aufs Meer- und ganz nebenbei zeichnete sie uns die besten Landkarten von Puerto Rico. Eine Nacht durften wir im Dreamcatcher Guesthouse in San Juan verbringen. Als ich den Eames Chair auf der Veranda erblickte war es schon um mich geschehen. Hätte ich ein Guesthouse- es müsste genau so aussehen. Detailverliebt bis in den kleinsten Winkel merkt man den Interior-Design Job der jungen Puerto Ricanerin, welche zusammen mit einem Venezuelaner und einem Deutschen das Guesthouse betreibt. Gemischt mit einer großen Prise Individualismus, einem wunderschönen Strand direkt hinterm Haus, einem Hauch Yoga und dem wohl liebevollsten Clean-Eating Frühstück des Jahres.

 Ihr braucht noch einen Grund für eine Reise nach Puerto Rico? Eine der für mich schönsten Städte der Welt: Old San Juan- die Altstadt von San Juan, ist eine Explosion an Farben und Prachtbauten. Tagsüber prall gefüllt mit Historie, Museen und Galerien mausert sich Old San Juan abends (vor allem an Wochenenden) zur pulsierenden, charmanten Party-Location voller karibischer Rhythmen aus unzähligen kleinen Bars IMG_6504-tile

 Praktisch: Condor fliegt Puerto Rico einmal wöchentlich (samstags) ab Frankfurt direkt an. Noch praktischer: Perfekte Flugzeiten. Es geht Samstag um 9 in Deutschland los, ihr seid gegen 14:30 Uhr Ortszeit in Puerto Rico. Der Flug zurück geht ebenfalls samstags gegen 16:30Uhr, Ankunftszeit in Deutschland ist Sonntagmorgen um kurz vor 7. Das heißt ihr könnt eure Reisezeit, ob nun 7, 14 oder noch mehr Tage perfekt auskosten. Geheimtipp der Einheimischen: Von Puerto Rico aus einen Kurztrip nach New York City machen. Viele amerikanischen Airlines fliegen etliche Male am Tag für gut 200 Euro (hin & zurück) zum Big Apple. Und das in weniger als 4 Stunden.

Puerto Rico, du kleiner alter Charmebolzen hast mein kleines Reiseherzchen im Sturm erobert und das gerade weil du so anders bist, als alle vermuten.

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*Meine Reise wurde unterstützt durch eine Kooperation mit Condor, AutoEurope und dem Dreamcatcher Guesthouse, San Juan.

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